Donnerstag, 1. Mai 2014

It's Musical Time - The Phantom of the Opera & Lion King


Hallo liebe Leser,


Wie der Titel meines Blog Eintrags schon verrät, ist diese Woche für mich bis jetzt ziemlich musikalisch verlaufen. „Die hat sich gleich zwei der bekanntesten Musicals angeschaut, die muss anscheinend auf einer Goldgrube sitzen“ – das haben sich bestimmt jetzt einige von euch gedacht. Ganz im Gegenteil – wer über Praktikantenmindestlöhne und die Mieten in London Bescheid weiß, wird sich denken können, dass dieses Praktikum für mich nicht unbedingt eine Goldmine ist.

Zwar zahlt mir meine Firma nur den Mindestlohn (was aber für London gar nicht sooo schlecht ist, immerhin sind auch viele Praktika komplett unbezahlt), bietet mir aber Vorteile in anderer Form an, wie etwa meinen heißgeliebten Italienisch Kurs, auf den ich mich jede Woche wie ein kleines Kind freue und an dem ich wirklich Spaß hab. Vergangene Woche schaffte es meine Kollegen Sarah, von einer Geschäftspartnerin gratis Karten für das Phantom der Oper zu ergattern – eine davon mit meinem Namen. Dieses Musical ist eines der ältesten und bekanntesten überhaupt – Karten sind unter 45 Pfund nicht zu haben. Tja, es sei denn, man hat so nette Kollegen wie ich. Habe mich dann am darauffolgenden Tag natürlich gleich mit meiner Schachtel Pralinen bedankt.

Montag Abend haben wir uns also die Vorstellung angesehen. Habe mir extra vorher im Internet nicht allzu viel über das Musical durchgelesen – denn in meinem Eifer hätte ich sicher wieder auch das Ende gelesen und mich dann geärgert. Spoiler nennt man das ja, oder? Also, um mich selbst nicht zu spoilern und vollkommen uneingenommen zu bleiben, ließ ich es bleiben. Habe mir Theater zuvor auch immer nur mit der Schule angesehen, wenn ich dazu gezwungen wurde – und wirklich umgehauen hat es mich nicht. Hatte damals aber ja auch noch ganz andere Interessen, und eine furchtbare Frisur noch dazu. Insgesamt war ich einfach nur überwältigt – einerseits von der Kraft der Stimmen, und dass die Protagonisten ihren Text auch wirklich so perfekt beherrschen. Sich einen Text für ein zweistündiges Stück zu merken, und dann auch noch vor so großem Publikum perfekt zu singen – das erfordert schon viel Disziplin, und natürlich ein schönes Stück Talent. Damit sind die Hauptdarsteller alle Mal gesegnet. Nicht weniger beeindruckt hat mich aber die Art, wie schnell die Kulissen gewechselt wurden – aber nicht nur irgendwelche Pappaufsteller, sondern wirklich pompöse Kulissen mit Licht, Nebel und allerlei Tamtam. Gesprochen wurde so gut wie gar nicht, aber ich glaub deswegen nennt sich das ja auch Musical. Leider war während der Vorstellungen jegliche Art der Bild- und Tonaufnahme strengstens verboten. Also darf ich euch diesmal nicht mit selbstgeschossenen Fotos beglücken – ihr müsst mit Bildern aus dem Internet vorlieb nehmen.
Dieses Bild zeigt meine Lieblingsszene, wo das Phantom seine Geliebte in sein Versteck unter der Oper entführt und sie sich ein musikalisches Spektakel aus Leidenschaft und Dramatik liefern.

 

Zwei Tage später war es Zeit für das Musical, welches den Lieblingsfilm meiner Kindheit repräsentiert. Mulan, Bambi, 101 Dalmatiner, Aristocats, Arielle – ich hab sie alle geliebt. Aber keine Geschichte hat mich so sehr gepackt, wie die des kleinen Löwen, der auf tragische Weise seinen Vater verliert, sich anschließend den Grundsätzen von Hukana Matata hingibt und schließlich sein Königreich zurückerobert. Das ist auch einer der wenigen Filme, die mir auf Deutsch besser gefallen als in der englischen Originalversion. Noch heute kann ich mir den ewigen Kreis nicht ansehen, ohne leicht emotional zu werden. Und ich kann euch versichern, meine Kinder werden auch Disney Filme sehen, und nicht irgendeinen animierten Blödsinn. Außer vielleicht Findet Nemo.

Nun, zurück zum Musical. Lion King bildet einen wirklich grandiosen Kontrast zum Phantom der Oper – während ersterer sich durch Farbenpracht und afrikanische Klänge auszeichnet, glänzt letzteres Musical durch sein hohes Niveau und grandiose Sänger. Bei den Dialogen hat sich der Lion King sehr an den Film gehalten, einige Szenen wurden allerdings dazu erfunden. Ich habe den König der Löwen sogar öfter als Harry Potter und Kevin gesehen, und das will wohl was heißen – und ich kann mich nicht erinnern, dass Scar jemals Interesse an Nala gezeigt hätte. Die Kostüme der Löwen haben mich eher enttäuscht – umso besser gemacht waren jedoch Sasu, Pumbaa und die Hyänen. Auch die Kulissen waren gut gemacht, haben mich beim Phantom der Oper jedoch noch um einen Spur mehr beeindruckt. Ich war wohl die einzige, die gemerkt hat, dass „Er lebt in dir“ in König der Löwen nie vorgekommen ist – das gehört nämlich zum zweiten Teil. Tut mir Leid, das musste gesagt werden.
 
 
 
Für mich persönlich ist der Film aber noch emotionaler und schöner als das Musical – wobei das Live Erlebnis natürlich auch immer etwas Besonderes ist. Insgesamt kann ich also schlecht sagen, was mir besser gefallen – beide Musicals waren wirklich wunderschön, jedes auf seine Weise.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen