Freitag, 30. Mai 2014

Schottland - Edinburgh, Glasgow, Aberdeen

Hallo allerseits,

Schon wieder ein neuer Blogeintrag. Leider fand meine Business Reise ein Ende, ehe ich mich daran gewöhnt hatte. Das Wichtigste, was ich bei der Inward Mission gelernt habe: die drei schönsten Worte sind nicht „ich liebe dich“, sondern „zahlt die Firma“. Ernsthaft, wer würde schon Nein sagen, wenn die Firma einem täglich Drei-Gänge-Menüs finanziert? Von den Hotels mal ganz zu schweigen. Wer täglich in einem Zimmer schläft, dass 8m² groß ist, wird verstehen wie sehr man sich mal über ein bisschen Platz. Und die Freude über ein eigenes, großzügiges Badezimmer war natürlich die allergrößte. Schade, dass ich wirklich nur jeweils zum Schlafen in den Hotels war – hätte ruhig ein bisschen mehr sein dürfen.

Also, ich habe es ja bereits in einem vorherigen Blog Eintrag erwähnt, an meinem Geburtstag ging es los. Am Abend habe ich im Radisson Blu in Flughafennähe eingecheckt. Der erste Eindruck vom Zimmer war durchaus ordentlich – schön eingerichtet und der berühmte britische Teppichboden durfte natürlich auch nicht fehlen. Freundlicherweise hat mir meine Firma einen Vorschuss von 30 Pfund auf die Hotelrechnung gutgeschrieben – das kommt einem netten Geburtstagsmenü doch sehr entgegen. Als Vorspeise Thai-Garnelen mit Ananas, anschließend ein Filet Steak. Ich muss ehrlich sagen, fürs Steak hab ich mich nur entschieden, weil das ja sonst überall so teuer ist und es diesmal ja „aufs Haus“ geht, mein Lieblingsessen ist es nicht unbedingt. War aber schon in Ordnung. Erstmals in meinem Leben hab ich mir auch vom Kellner einen Wein dazu empfehlen lassen und den dann auch tatsächlich genommen – nobel geht die Welt zu Grunde.

Der ganztägige Workshop im Hotel am darauffolgenden Montag verlief Gott sei Dank reibungslos. Das Frühstücksbuffet war natürlich mein Highlight – wer kann denn schon zu anständigen Ham & Eggs in der Früh schon nein sagen? Abends ging es dann Richtung Flughafen, wo unser Flieger nach Schottland abheben sollte. Abendessen in einem Flughafenrestaurant ist natürlich eher weniger spektakulär, aber einem geschenkten Gaul schaut man ja nicht ins Maul. Nachdem wir alle Sprachschul-Agenten eingecheckt hatten, ging auch schon ziemlich bald unser British Airways Flug nach Edinburgh, was überraschenderweise pünktlich und ohne Zwischenfälle verlief. Koffer hatten wir nach der Ankunft auch sehr schnell, wie man es bei einem kleinen Flughafen eben erwartet. Das zweite Hotel im Stadtzentrum von Edinburgh war von der Lage durchaus in Ordnung, nicht unbedingt luxuriös aber sauber und auch das Bett war bequem. Das ist mir persönlich immer ganz wichtig, denn in harten Betten kann ich kaum schlafen – mir kann es nicht weich genug sein.

Nach einem stärkenden Frühstück war auch der nächste Tag schon komplett verplant – drei Sprachschulen in Edinburgh wollten wir besichtigen. Sie hätten unterschiedlicher nicht sein können – kleiner Familienbetrieb, ein eigenes Schloss vor den Toren von Edinburgh sowie eine mittelgroße Sprachschule, die Grammatik völlig ausblendet und sich nur auf das Erlernen der Sprache durch ständiges Kommunizieren spezialisiert. Die zweite Sprachschule mit den schlossartigen Anwesen hat mir fast am besten gefallen – die wilden Kaninchen auf dem Gelände waren natürlich ein zusätzlicher Bonus. Abends stand ein besonderes Highlight auf dem Programm: das English UK Scotland Dinner in einem schicken Restaurant in Edinburgh. Ich hatte mir bereits vor Abreise geschworen, dass ich unter keinen Umständen das schottische Nationalgericht Haggis kosten werde. Wer wissen will wieso, den überlass ich jetzt mal den fähigen Händen von Google und Wikipedia.

Da ich aber von meinem Chef (gebürtiger Schotte) immer wieder ermutigt wurde und schließlich eine dieser bizarren Würste zum kosten herumgereicht wurde, fasste ich mir dann doch ein Herz und schnitt mir ein Stück ab. War eigentlich gar nicht sooo schlimm, schmeckt eigentlich fast wie Leberknödel. Die sind natürlich auch Geschmackssache. Trotzdem wählte ich als Vorspeise die Forelle auf Vogerlsalat, das Lamm mit Knoblauchrisotto und Brokkoli als Hauptgang und als Dessert Erdbeermouse im Schokomantel. Oh Gott, dieser Eintrag dreht sich ja wirklich nur ums Essen – aber wer seit 3 Monaten von Hofer Spezialitäten über Wasser gehalten wird, freut sich mal über ein Drei Gänge Menü.
 
 

Die Sprachschule, die wir am nächsten Tag besuchten, war ein regelrechtes Highlight: tolle Lage im Zentrum Edinburghs und super Ausstattung. Am Ende des Besuchs durften wir mit dem schuleigenen Activity Manager einen Rundgang durch die Altstadt von Edinburgh unternehmen. Glücklicherweise waren die Wettergötter heute auf unserer Seite, und ich durfte einen exzellenten Blick auf das Edinburgh Castle genießen und auch ein paar andere nette Fotos schicken. Dennoch, für eine leidenschaftliche Fotografin wie mich war unsere Zeit in Edinburgh mehr als zu wenig. So gerne wäre ich einfach entspannt die Royal Mile entlang spaziert oder hätte Holyrood Palace und Edinburgh Castle besichtigt. Aber das hebe ich mir fürs nächste Mal auf – Edinburgh ist wirklich bezaubernd und hat mich bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen.
 
 

Nach einer etwa einstündigen Busfahrt erreichten wir das Stadtzentrum von Glasgow, Schottlands größer Stadt und wirtschaftliches Zentrum des Landes. Die Universität, die wir dort besichtigten, hat doch tatsächlich etwa 32.000 (!!!) Studenten. Das bestärkt Glasgow’s Ruf als Universitätsstadt nur noch  mehr. Nach dieser aufschlussreiches Besichtigung gingen wir zum vergnüglichen Teil über  - eine Open Bus Tour durch Glasgow. Auf dieser Tour durch die Stadt hat sich mich sehr an Manchester erinnert: beide haben ein wirklich sehr schönes Rathaus auf einem weitläufigen Platz und strecken sich relativ weit nach außen, wo die ganze Industrie zu finden ist. Dieses schöne Rathaus befindet sich am George Square (auch im Normalfall das erste Bild wenn man Glasgow googlet) und ich hätte mich schon so auf ein schönes Bild von diesem Platz gefreut. Blöderweise fand aber am darauffolgenden Wochenende ein Festival hier statt, wofür die Bühnen aufgebaut wurden. Sogar Coldplay gibt sich für diese Veranstaltung die Ehre – hätten sie das Event nicht ein anderes Mal veranstalten können? Aber man bekommt leider nicht immer das, was man will – so ist das eben.
 
 

Unser Hotel hatte dieses Mal wirklich eine exzellente Lage, gerade mal zwei Gehminuten vom George Square entfernt. Wieder mal hatte ich nur kurz Zeit, mir eine Postkarte im Souvenirladen um die Ecke zu kaufen, ehe wieder ein Drei Gänge Menü auf dem Plan stand. Dieses war wirklich mit Abstand das beste: Kartoffel-Lauch-Suppe als Vorspeise (sowieso meine Lieblingssuppe), Hühnerbrust mit Black Pudding und Kartoffelpüree als Hauptgang und als Dessert einen ausgezeichneten Zimtkuchen mit heißen Himbeeren und Schlagobers. Besonders Letzterer war zum Dahinschmelzen.

Am nächsten Tag ging es schon ganz früh nach Aberdeen, Schottlands Öl-Hauptstadt. Nach etwa dreistündiger Fahrt wurden wir mit verregnetem Wetter begrüßt – wie schnell die Temperaturen hier umschlagen ist echt ein Wahnsinn. Nach der Schulbesichtigung bekamen wir auch diesmal etwas mehr von der Stadt zu sehen. Am Strand hat es mir, trotz Regen, am besten gefallen. Bei schönem Wetter sollen sich hier auch oft Seehunde tummeln – schade, ich hätte doch so gerne welche gesehen. Aber dazu werde ich dann die Gelegenheit haben, wenn ich nach San Francisco fliege (irgendwann in weiter Ferne). Aberdeen ist doch ganz nett, hat mich aber nicht so in seinen Bann gezogen wie Edinburgh.
 
 

Am Flughafen wurde es am Abend leider etwas chaotisch, da unser Flug Verspätung hatte und auch zwischendurch der Gate geändert wurde. Zurück an London hätten wir dann auch fast einen unserer Mitreisenden am Flughafen verloren. Um 1 Uhr morgens trafen wir schließlich endlich im Hotel ein. Dass wir alle schon reif fürs Bett waren, hat man uns wahrscheinlich angesehen. Dieses Hotel war definitiv das beste – schön eingerichtete Zimmer und komplett modernes Bad. Das lässt bei mir keine Wünsche offen. Nach einem weiteren ganztägigen Workshop am nächsten Tag hatten wir unser Fairwell Gala Dinner in einem Privatclub. Leider hat mich dieses Essen für einen Preis von 70 Pfund pro Person (hab es zwar nicht bezahlt, aber zur Veranschaulichung) nicht überzeugt. Zum Lachs als Vorspeise gab es keine Brot oder Gebäck, mein Lamm war immer noch blutig und sehr fettdurchzogen, außerdem gab es lediglich ein paar kleine Erdäpfel und Unmengen an Erbsen als Beilage. Wer soll denn so viele Erbsen essen? Das Dessert hätte es fast wieder gut gemacht – gesalzenes Karamell Eis mit Schoko Fondant. Das ist eine Art kleiner Schokokuchen mit flüssigem Kern. Zum Dahinschmelzen, diesmal im wahrsten Sinne des Wortes. War jedoch ein sehr netter Abend und ich habe wieder neue berufliche Kontakte geknüpft.



Nach einer weiteren Nacht im Hotel durfte ich am Samstag auschecken und wieder nach Hause – schade eigentlich, es war wirklich ein tolles Erlebnis, in beruflicher wie auch in privater Hinsicht. Und eine Schottland Tour mit vielen Schlössern steht bereits auf meinem Fixprogramm in den nächsten Jahren!

Freitag, 23. Mai 2014

Blenheim Palace & Cotswolds


Hallo liebe Leser,

Nun habe ich euch relativ lange auf einen neuen Blogeintrag warten lassen. Mittlerweile hat sich natürlich wieder einiges getan – beispielsweise ist meine Wenigkeit wieder um ein Jahr gealtert und somit in allen Staaten der Erde zum Alkoholkonsum berechtigt. Na wenn das mal kein Grund zum Feiern ist, oder?

Aus gegebenem Anlass habe ich auch wieder Besuch von zu Hause bekommen. Und weil sich London so über meinen Geburtstag gefreut hat, hat sich das Wetter auch von seiner besten Seite gezeigt. Über 20 Grad und strahlender Sonnenschein machen das Leben hier natürlich gleich um einiges schöner. Und so habe ich am Freitag wieder meine klassische Sightseeing Tour präsentiert, die durch das grandiose Wetter noch zusätzlich aufgewertet wurde. Am Nachmittag habe ich auch erstmals den Highgate Cemetery besichtigt. Naja, wäre Mama nicht gekommen, hät ich ihn mir wohl gar nicht angesehen – aber jeder hat nun mal so seine Vorlieben, oder? Manche stehen auf Fußball, andere auf Backen, und wiederum andere auf Friedhöfe. Und ich? Ich sammle Postkarten, liebe Eulen und bin immer auf der Jagd nach dem perfekten Foto. Apropos Fotos – am Highgate Cemetery sind mir schon einige interessante Fotos gelungen. Einigen Gräbern machte der Efeu bereits schwer zu schaffen – es wirkte wirklich so, als wäre Gärtnern hier der Zutritt verwehrt. Nun ja, wie gesagt, ist eben Geschmackssache. Ein so sonniger wäre ja nahezu verloren, wenn man ihn nicht auch teilweise im Regent’s Park verbringen würde – gesagt, getan.

Der Samstag bildete wieder mal das Highlight des ganzen Wochenendes. An diesem Tag unternahmen wir einen Tagesausflug nach Blenheim Palace und besichtigten auch die Cotswolds – auf diese Tour hatte ich mich schon lange gefreut. Und auch an diesem Tag standen die Wettergötter Gott sei Dank auf unserer Seite. Dass es sich bei Blenheim Palace um einen Palast handelt, versteht sich wohl von selbst – bei den Cotswolds werden wohl manche von euch die Hilfe von Google zu Rate ziehen.
 
 
 
Im Prinzip verkörpern die Cotswolds das Idealbild von idyllischen, alten englischen Dörfern, in denen Landwirtschaft und Schafzucht vorherrschen. Prinzipiell also DER Kontrast schlechthin zum kosmopolitischen London.
 
 
Insgesamt drei bekannte Cotswolds Dörfer haben wir besichtigt – Bibury, Burford und Bourton-on-the-Water. Über Letzteres hatte ich am meisten gelesen – sollte ja wirklich entzückend sein. Jedoch muss ich im Nachhinein sagen, dass mir Bibury mit Abstand am besten gefallen hat. Ein wirklich idyllisches Dorf nah am Wildwasser – Backsteinhäuser mit kleinen blühenden Gärten versetzen die Besucher in ein anderes Zeitalter.



In Burford habe ich mich erstmals dazu entschlossen, Fish & Chips zu verkosten. Eigentlich komisch, dass ich das bisher nicht getan habe. War ein bisschen wenig gewürzt, ansonsten aber in Ordnung – aber ich bin ja bekanntlich nicht wegen dem sensationellen Essen hier – ansonsten wäre ich definitiv nach Italien gegangen. Bourton-on-the-Water lockte mit seinem sensationellen Wetter leider viel zu viele Leute aus ihren Häusern – daher war der Marktplatz leider hoffnungslos überfüllt. Gerade wegen der Ruhe und der wenigen Leute kommt man ja normalerweise in die Cotswolds – man möchte die Natur und das Ambiente genießen. Und dicke Kinder, die im Back plantschen, bereichern dieses Ambiente leider keineswegs.



Blenheim Palace am späten Nachmittag bildete selbstverständlich das Highlight des Tages. Eine äußerst wichtige Figur der britischen Geschichte wurde hier geboren. Ihm ist es zu verdanken, dass Großbritannien während des 2. Weltkrieges nie von den Deutschen besetzt wurde, außerdem war er einer der wichtigsten Drahtzieher bei der Gründung der Vereinten Nationen. Bei wem es jetzt immer noch nicht klingelt – „No Sports“. Na, schon eraten? Ja, es handelt sich um Winston Churchill.
 
 
 
Blenheim Palace ist außerdem der einzige nicht-royale Palast in ganz Großbritannien – ergo, hier wohnen tatsächlich Privatpersonen. Naja, wenn man es sich leisten kann – ist sicher ein toller Platz zum Leben. Das gesamte Areal ist einfach immens. Wer den Schlosspark in Grafenegg kennt – mindestens die doppelte Größe. Und inmitten dieses Garten Eden thront der Palast in edlem Dunkelgelb. Von der Architektur her unterschiedet es sich stark von den bisher besichtigten Schlössern Warwick Castle und Leeds Castle – alles ein bisschen kitschiger.
 
 
 
Natürlich ist nicht das gesamte Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Räume, die man besichtigen kann, erinnern wieder mal stark an Schönbrunn – schön groß, protzig und äußerst goldlastig. Eine kleine Ausstellung widmete man natürlich Winston Churchill. Von innen ist der Palast schon sehr beeindruckend, mit den prunkvollen Gärten ist es von außen aber fast noch eine Spur grandioser. Ein Blick auf die Springbrunnen, Blumen und Statuen genügt und man merkt all die Liebe zum Detail, die Architekten und Gärtner hier reingesteckt haben bzw immer noch regelmäßig reinstecken.
 
 

Im Großen und Ganzen also wirklich einer der besten Ausflüge bis jetzt. Am Abend habe ich dann meinen Geburtstag gebührend gefeiert – ein großes Danke wieder an alle, die beim Feiern dabei waren! Und für die tollen Geschenke natürlich auch ein großes Danke J

Dienstag, 6. Mai 2014

Manchester & Liverpool

An was denkt ihr bei der Nennung dieser beiden Städte? Ich nehme an, die Antwort bezieht sich zu 99% auf 22 Männer, die verzweifelt versuchen, das kleine runde Leder ins Eckige zu befördern. Nun ja, verständlich, schließlich handelt es sich bei Manchester United und dem FC Liverpool um zwei der bekanntesten Fußballvereine Großbritanniens. Dennoch muss ich sagen, dass mein Wochenende, welches ich dort verbracht habe, nicht allzu sportlich angehaucht war. Unsere Sightseeing Tour durch Manchester begannen wir am Samstagmorgen. Verglichen mit der Millionenmetropole London wirkt klein-Manchester doch recht übersichtlich. Eigentlich kann man so ziemlich alles zu Fuß gehen, und mit einer einfachen Karte in der Hand findet man sich gut zurecht. Das Rathaus hat mich stilistisch am meisten überzeugt – was vielleicht auch daran liegt, dass es dem Parlamentsgebäude in Ottawa sehr ähnlich sieht, natürlich nur um einiges kleiner. Die Bibliothek musste leider gerade Umbauarbeiten über sich ergehen lassen – dafür durften wir die kleine, aber feine Kathedrale von Manchester gratis besichtigen, obwohl gerade Hochzeitsvorbereitungen im Gange waren. Sowohl von außen als auch von innen dominieren wieder die klassischen Elemente des englischen Stils.



Nun komme ich aber zum Fußballteil – da Manchester über das einzige Fußballmuseum in ganz Großbritannien verfügt, hab ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. Im Nachhinein betrachtet war es doch eher unspektakulär, ich hätte mir das ganze etwas farbenfroher und interaktiver vorgestellt. Tatsächlich fand man jedoch hauptsächlich signierte Trikots vor. Highlight des Museum ist der Fußball, welcher beim Finale im Jahr 1966 eingesetzt wurde (also einer davon). Ihr werdet euch wohl denken können, welches Land damals den Titel nach Hause geholt hat – seitdem allerdings nie wieder. Aber wer weiß, vielleicht wird es ja dieses Jahr wieder was. Solange es nicht Deutschland wird, bin ich eigentlich zufrieden.
 
 
 
In Manchester habe ich es ehrlich genossen, wieder mal in einem Buffetrestaurant zu essen. Obwohl ich ja seit meinem Umzug nach London Diät halte, habe ich den Grundsatz All You Can Eat wieder mal wörtlich genommen. Überhaupt beim Dessert konnte ich mich nicht zurückhalten – Waffeln, Apfelkuchen und natürlich so viel Eiscreme wie möglich. Manchester verfügt auch über ein nettes Riesenrad, wenngleich es auch nicht wirklich riesig ist. Der Park und der Markt drumherum sind Anziehungspunkt für Menschenmassen, hier scheint wohl der pulsierende Mittelpunkt der Stadt zu liegen.
 
 
 
Liverpool ist wohl nicht nur für seinen Fußballclub bekannt, sondern ebenfalls dafür, die Heimat der erfolgreichsten Band der Musikgeschichte zu sein. Ebenso war Liverpool im Jahr 2008 Kulturhauptstadt Europas – aber ganz ehrlich, wenn sogar Linz zur Kulturhauptstadt gewählt wurde, muss man dafür wohl nicht viel vorweisen können. Dennoch merkt man sehr deutlich, dass die Beatles hier nach wie vor unsterblich sind – überhaupt, wenn man Souvenirshops besucht.
 
 
 
Dennoch hat Liverpool abgesehen von Fußball und Musikgeschichte noch mehr zu bieten – insbesondere die Kathedrale versprüht aufgrund ihrer roten Farbe und Großzügigkeit einen ganz besonderen Charme. Da hat sich der Aufstieg auf den Hügel wirklich gelohnt – richtig, Liverpools Straßen sind teilweise sehr steil. Viel bekannter ist allerdings die Gegend rund um den Hafen, besonders Albert Dock – ein wirklich nettes Gebäude direkt am Pier, das mit Cafés, Restaurants und niedlichen Geschäften lockt.
 
 
 
In Liverpool am Meer entlang zu spazieren gehört bestimmt zu den Dingen, die man einfach den ganzen Tag tun kann, ohne sich zu langweilen. Die bekannteste Sehenswürdigkeit Liverpools bezieht sich jedoch abermals auf die berühmtesten Söhne der Stadt – John, Paul, George und Ringo. „The Beatles Story“ erzählt die Geschichte der vier Pilzköpfe – von ihren Anfängen in Liverpool, den legendären Auftritten im Cavern Club, den ersten Platten, ihrem Durchbruch in den USA und dem darauffolgenden Treffen mit Elvis und schließlich die Trennung Ende der 1960er. Wirklich sehr zu empfehlen, nicht nur für Beatles Fans. Der bekannte Cavern Club sowie das Yellow Submarine wurden sogar nachgebaut und konnten von innen besichtigt werden – wirklich interessant gestaltet.
 
 
 
Am nächsten Tag haben wir Manchester nochmals besichtigt – diesmal stand das Museum auf Manchester auf dem Programm. Laut Reiseführer auf Ägyptologie spezialisiert – das ist ja genau mein Ding. Die Ägypter waren so ziemlich der einzige Teil in Geschichte, der mich wirklich sehr interessiert hat. Na gut, die Geschichte der amerikanischen Unabhängigkeit und Südafrika waren auch noch interessant, aber wenn wir uns auf Frühgeschichte beschränken, waren die Ägypter immer mein Favorit – deswegen werde ich auch irgendwann am Nil auf Entdeckungstour gehen und Grabstätten und Tempel besichtigen. Das wird ein Spaß! Na, zurück zum Museum.
 
 
 
Tatsächlich waren Mumien, Särge und Grabbeigaben ausgestellt – hat mir gefallen. Aber der Höhepunkt war die Tatsache, dass es in diesem Museum nicht nur tote, sondern auch lebendige Tiere gab. Zwar nur diverse Echsen, eine grüne Baumschlange und unzählige Pfeilgiftfrösche, aber immerhin. Achja, und ein Chamäleon, das mich mit seinen beweglichen Augen verfolgt hat – leicht unheimlich. Im Großen und Ganzen also wieder mal ein ereignisreiches und lustiges Wochenende!

Donnerstag, 1. Mai 2014

It's Musical Time - The Phantom of the Opera & Lion King


Hallo liebe Leser,


Wie der Titel meines Blog Eintrags schon verrät, ist diese Woche für mich bis jetzt ziemlich musikalisch verlaufen. „Die hat sich gleich zwei der bekanntesten Musicals angeschaut, die muss anscheinend auf einer Goldgrube sitzen“ – das haben sich bestimmt jetzt einige von euch gedacht. Ganz im Gegenteil – wer über Praktikantenmindestlöhne und die Mieten in London Bescheid weiß, wird sich denken können, dass dieses Praktikum für mich nicht unbedingt eine Goldmine ist.

Zwar zahlt mir meine Firma nur den Mindestlohn (was aber für London gar nicht sooo schlecht ist, immerhin sind auch viele Praktika komplett unbezahlt), bietet mir aber Vorteile in anderer Form an, wie etwa meinen heißgeliebten Italienisch Kurs, auf den ich mich jede Woche wie ein kleines Kind freue und an dem ich wirklich Spaß hab. Vergangene Woche schaffte es meine Kollegen Sarah, von einer Geschäftspartnerin gratis Karten für das Phantom der Oper zu ergattern – eine davon mit meinem Namen. Dieses Musical ist eines der ältesten und bekanntesten überhaupt – Karten sind unter 45 Pfund nicht zu haben. Tja, es sei denn, man hat so nette Kollegen wie ich. Habe mich dann am darauffolgenden Tag natürlich gleich mit meiner Schachtel Pralinen bedankt.

Montag Abend haben wir uns also die Vorstellung angesehen. Habe mir extra vorher im Internet nicht allzu viel über das Musical durchgelesen – denn in meinem Eifer hätte ich sicher wieder auch das Ende gelesen und mich dann geärgert. Spoiler nennt man das ja, oder? Also, um mich selbst nicht zu spoilern und vollkommen uneingenommen zu bleiben, ließ ich es bleiben. Habe mir Theater zuvor auch immer nur mit der Schule angesehen, wenn ich dazu gezwungen wurde – und wirklich umgehauen hat es mich nicht. Hatte damals aber ja auch noch ganz andere Interessen, und eine furchtbare Frisur noch dazu. Insgesamt war ich einfach nur überwältigt – einerseits von der Kraft der Stimmen, und dass die Protagonisten ihren Text auch wirklich so perfekt beherrschen. Sich einen Text für ein zweistündiges Stück zu merken, und dann auch noch vor so großem Publikum perfekt zu singen – das erfordert schon viel Disziplin, und natürlich ein schönes Stück Talent. Damit sind die Hauptdarsteller alle Mal gesegnet. Nicht weniger beeindruckt hat mich aber die Art, wie schnell die Kulissen gewechselt wurden – aber nicht nur irgendwelche Pappaufsteller, sondern wirklich pompöse Kulissen mit Licht, Nebel und allerlei Tamtam. Gesprochen wurde so gut wie gar nicht, aber ich glaub deswegen nennt sich das ja auch Musical. Leider war während der Vorstellungen jegliche Art der Bild- und Tonaufnahme strengstens verboten. Also darf ich euch diesmal nicht mit selbstgeschossenen Fotos beglücken – ihr müsst mit Bildern aus dem Internet vorlieb nehmen.
Dieses Bild zeigt meine Lieblingsszene, wo das Phantom seine Geliebte in sein Versteck unter der Oper entführt und sie sich ein musikalisches Spektakel aus Leidenschaft und Dramatik liefern.

 

Zwei Tage später war es Zeit für das Musical, welches den Lieblingsfilm meiner Kindheit repräsentiert. Mulan, Bambi, 101 Dalmatiner, Aristocats, Arielle – ich hab sie alle geliebt. Aber keine Geschichte hat mich so sehr gepackt, wie die des kleinen Löwen, der auf tragische Weise seinen Vater verliert, sich anschließend den Grundsätzen von Hukana Matata hingibt und schließlich sein Königreich zurückerobert. Das ist auch einer der wenigen Filme, die mir auf Deutsch besser gefallen als in der englischen Originalversion. Noch heute kann ich mir den ewigen Kreis nicht ansehen, ohne leicht emotional zu werden. Und ich kann euch versichern, meine Kinder werden auch Disney Filme sehen, und nicht irgendeinen animierten Blödsinn. Außer vielleicht Findet Nemo.

Nun, zurück zum Musical. Lion King bildet einen wirklich grandiosen Kontrast zum Phantom der Oper – während ersterer sich durch Farbenpracht und afrikanische Klänge auszeichnet, glänzt letzteres Musical durch sein hohes Niveau und grandiose Sänger. Bei den Dialogen hat sich der Lion King sehr an den Film gehalten, einige Szenen wurden allerdings dazu erfunden. Ich habe den König der Löwen sogar öfter als Harry Potter und Kevin gesehen, und das will wohl was heißen – und ich kann mich nicht erinnern, dass Scar jemals Interesse an Nala gezeigt hätte. Die Kostüme der Löwen haben mich eher enttäuscht – umso besser gemacht waren jedoch Sasu, Pumbaa und die Hyänen. Auch die Kulissen waren gut gemacht, haben mich beim Phantom der Oper jedoch noch um einen Spur mehr beeindruckt. Ich war wohl die einzige, die gemerkt hat, dass „Er lebt in dir“ in König der Löwen nie vorgekommen ist – das gehört nämlich zum zweiten Teil. Tut mir Leid, das musste gesagt werden.
 
 
 
Für mich persönlich ist der Film aber noch emotionaler und schöner als das Musical – wobei das Live Erlebnis natürlich auch immer etwas Besonderes ist. Insgesamt kann ich also schlecht sagen, was mir besser gefallen – beide Musicals waren wirklich wunderschön, jedes auf seine Weise.

Montag, 21. April 2014

Happy Easter - Harry Potter Studios, Ripley's & Hard Rock Café


Österliche Grüße nach Österreich!

Was für ein entzückendes Wortspiel. Dass dieses Wochenende Ostern ist/war, brauch ich euch wohl nicht zu erzählen, das wisst ihr ja selber. Diesmal hab ich erstmals Besuch aus der Heimat bekommen – Lena hat sich die Ehre gegeben. Wer von euch mich besser kennt, wird wohl Folgendes wissen: Jana Eisenbock gibt sich stets Mühe, top organisiert zu sein und alles durchzuplanen – so auch an diesem Wochenende.

Das Museum of London war unser Startpunkt an diesem Karfreitag. Gott sei’s gedankt, bemüht man sich in London auch weiterhin, Museen für die Öffentlichkeit gratis zu erhalten. Angesichts dessen bin ich dann auch bei Museen nicht mehr allzu kritisch angesichts dessen, was mir geboten wird. „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ – so sagt man doch, oder? Dennoch muss ich kritisieren, dass mich die steinzeitlichen Jahre Londons eher weniger interessiert haben, ebenso wie die Zeit, in der es noch Londonium hieß. Der Rest war eigentlich in Ordnung – ins Besondere das Modell eines uralten Autos hat mir gefallen. Über Jack the Ripper im Jahr 1888 hätte ich jedoch gerne mehr erfahren – jaja, diese Jana hat schon makabere Vorlieben, oder?

Beim anschließenden Mittagessen im Garfunkel’s durften wieder diesmal merkwürdigerweise etwas länger warten – hat sich auch dementsprechend auf’s Trinkgeld ausgewirkt. Nachmittags hab ich dann wieder erfolgreich bewiesen, dass ich wohl nie auf der Oxford Street einfach nur schauen gehen kann. Nein, immer muss irgendwas mit – ein ewiger Kampf ist das.
 
 

Ähnlich taff durchgeplant war auch der Samstag. Sightseeing empfehle ich ja generell immer morgens zu machen, aus mehreren Gründen: fast keine Leute unterwegs, meist besseres Wetter und das beste Licht für Fotoaufnahmen. Also stand die klassische Trafalgar Square – Buckingham Palace – Big Ben – London Eye – Tour auf dem Programm.
 
 
Anschließend haben wir zusammen einen der bekanntesten Märkte London’s besucht – Portobello Road Market in Notting Hill. Wie immer sehr schön, wie immer sehr überfüllt. Am Nachmittag sind wir dann endlich meinem persönlichen Highlight näher gekommen – die Harry Potter Studios Tour. Laut Medien soll dies ja das ultimative Zauber Erlebnis und ein Muss für jeden Fan sein. Erstmals wird der Öffentlichkeit die Möglichkeit gefunden, hinter die Kulissen der Filmreihe zu blicken.
 
 
Nach einem kurzen Filmauftakt hat sich vor uns nun direkt die Große Halle geöffnet. Wirklich sehr schön, habe ich mir aber etwa doppelt so groß vorgestellt. Eine wirklich „große“ Halle ist das für mich nicht, aber ich stell mir Dinge eh immer zu groß vor. Danach ging es weiter in einen wesentlich größeren Raum wo viele einzelne Filmsets und Artefakte ausgestellt waren, u.a. Dumbledore’s Büro, der Fuchsbau, der Zaubereiministerium (oder zumindest kleine Teile davon), Hagrid’s Hütte, Gryffindor Gemeinschaftsraum etc. Davon hat mir Dumbledore’s Büro am besten gefallen. Draußen konnte man dann den Privet Drive sehen, sowie den Fahrenden Ritter und Hagrid’s Motorrad.
 
 
Außerdem hatte man die Möglichkeit, ein Butterbier zu verkosten – hätten wir uns eigentlich sparen können, so toll schmeckt das nicht. Beim Privet Drive bot sich dann auch die Möglichkeit zu einem „Hedwig Selfie“ – eines der Schneeeulen Männchen, die Hedwig in den Harry Potter Filmen gespielt haben, hat sich für Fotos zur Verfügung gestellt. Leider hat es das blöde Tier (ist natürlich nicht böse gemeint) nicht wert gefunden, für meine Fotos in die Kamera zu schauen. Naja, wenn ich meinen Kopf um 270 Grad verdrehen könnte, würd ich das vielleicht auch machen. Zum Anbeten war die Eule trotzdem – hätte ich am liebsten sofort eingepackt und mit nach Hause genommen.
 
 
 
Nebenan wurde uns gezeigt, wie man Eulen darauf trainiert, Gegenstände zu transportieren. Für solche Aufgaben sind Eulen allerdings nicht wirklich geschaffen, da sie diesbezüglich nicht unbedingt lernfähig sind – ganz im Gegensatz zu Raben, die ja zu den intelligentesten Tieren überhaupt zählen.

Ach ja, zurück zur Tour. Anschließend haben wir gesehen, wie die Masken für Kobolde, Hauselfen und andere magische Wesen angefertigt werden. Alle haben wir sie gesehen: Aragog, Seidenschnabel, Kreacher, den Basilisk und auch die entzückenden Alraunen. Kurz darauf durften wir endlich meinen persönlichen Höhepunkt besichtigen: die Diagon Alley, auch bekannt als Winkelgasse. Florish & Blotts, Olivander, Weasley’s Zauberhafte Zauberscherze, das Eulenkaufhaus – alle waren sie da. Letzteres sogar inklusive Uhu, Bartkauz und Rauhfußkauz – lebend, versteht sich. Da war ich natürlich wieder hin und weg. Leider etwas zu viele Leute, um wirklich in Ruhe viele schöne Fotos zu machen – aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben.
 
 
Ein weiterer Höhepunkt stand uns noch bevor – das Modell von Hogwarts, von dem aus die Außenszenen gedreht wurden. Wirklich sehr groß und wahnsinnig beeindruckend – man merkt wirklich die Liebe zum Detail. Nach einem kurzen Durchgang durch Ollivander (diesmal von innen) gelangten wir auch schon zum Ende unserer Tour, der sich in Form eines umfangreichen Geschenkshops präsentierte. Hier merkte man es wieder überdeutlich: uns Fans kann man echt um jeden Preis jedes Klumpat andrehen. Diesmal hab ich mir allerdings nur einen äußerst stylischen Becher gekauft – ich hatte mich doch wirklich gut im Griff. Insgesamt also sehr sehenswert, besonders natürlich für eingefleischte Fans – allerdings hätte ich mir das ganze noch etwas umfangreicher und prunkvoller dargestellt.



Am nächsten Tag stand eine weitere bekannte Attraktion London’s auf dem Programm, genannt „Ripley’s – Believe it or Not“. Ihr könnt euch wahrscheinlich so gut wie gar nichts darunter vorstellen – keine Sorge, mir ging es bis vor meinem Besuch genauso. Nun, es handelt sich dabei um ein Museum der Kuriositäten – und diese sind wahrhaft kurios. Zu Beginn war der animierte Tyrannosaurus Rex wohl das Harmloseste, was es zu sehen gab. Allerhand kuriose Gendefekte gab es zu sehen – etwa ein Kalb mit zwei Köpfen oder ein Lamm mit 5 Füßen. Durchaus makaber. Anschließend gab es außergewöhnliche Kunst zu sehen – etwa ein Portrait der Queen aus Pennys oder einem von Michael Jackson aus Lakritze. Sah wirklich interessant aus, Respekt.
 
 

Mein Favorit war allerdings das Modell einer Forelle, die über ein dichtes, weißes Fell verfügt – was es nicht alles gibt. Neben dem größten Mann der Welt wirke ich übrigens noch kleiner, als ich ohnehin schon bin. Aus dem Spiegelkabinett am Ende haben wir Gott sei Dank unbeschadet hinausgefunden. Im Anschluss durften wir unser Mittagessen in einem der bekanntesten Restaurantketten der Welt einnehmen - Hard–Rock Café. Tatsächlich habe ich noch keines zuvor von innen gesehen.
 
Die weltbekannten Burger sind zwar gut, aber insgesamt doch eher als durchschnittlich einzustufen. Hätten ruhig etwas größer sein können, der Salat etwas kleiner geschnitten und Soße hat mir auch gefehlt. Dafür waren die Pommes wirklich hervorragend. Vom Interior her allerdings kaum zu überbieten – die Gitarren von Paul McCartney und John Lennon zu sehen war für einen Beatles Fan wie mich natürlich ein kleines Highlight.
 
 

Etwas mehr überzeugt haben mich dann die Burger im Diner des weltbekannten Jamie Oliver – wenngleich auch diese etwas klein waren. Für meinen Kalorienhaushalt vorteilshaft, für das nagende Hungergefühl eher weniger. Den perfekten Burger habe ich also auch am Osterwochenende nicht ausfindig machen können. Am nächsten dran war bis jetzt der Burger aus dem Black Lion Pub in unserer Straße – dennoch, die Perfektion lässt noch auf sich warten.

Ich hoffe sehr, dass ihr alle ein schönes Osterwochenende verbracht habt – ihr werdet sehr bald wieder von mir lesen!

Dienstag, 15. April 2014

Warwick Castle, Stratford-Upon-Avon & Oxford


Hallo meine geschätzten Leser,

Nun, seit letzter Woche gibt es einige erfreuliche Nachrichten zu berichten. Da uns meine Arbeitskollegin Emma Ende April verlassen wird, um bei einer Krebsstiftung zu arbeiten, ist bei unserer jährlichen „Spring Inward Mission“ ein Platz frei geworden. Das muss ich jetzt wohl kurz erklären. Meine Firma English UK bringt ja Sprachschulen in England mit Agenten im Ausland zusammen, um möglichst viele lernwillige junge Menschen nach Großbritannien zu bringen. Diese Agenten aus dem Ausland statten unserem schönen Königreich nun einen mehrtägigen Besuch ab, um einige Sprachschulen zu besichtigen. Jedes Jahr spezialisiert man sich dabei auf anderes Gebiet Großbritanniens. Diesmal ist eines an der Reihe, welches ich leider noch gar nicht kenne, aber aufgrund seiner Schlösser und Mythen gerne mal näher kennenlernen würde: Schottland. Vor und nach dieser Schottland Reise werden Workshops in London abgehalten, bei denen Agenten und Sprachschulen nützliche Kontakte miteinander knüpfen sollen. Von 19. – 22. Mai darf ich also dabei sein, wenn die English UK Sprachschulen in Schottland vorgestellt werden – genauer gesagt geht es zuerst nach Edinburgh, dann nach Glasgow und schließlich nach Aberdeen (im hohen Norden). Eine tolle Möglichkeit, die Promotion Arbeit von English UK hautnah mitzuerleben und natürlich nebenbei in schönen Hotels zu übernachten, während man Drei-Gänge-Menüs serviert bekommt. Im Bezug auf Sightseeing muss ich aber realistisch bleiben – unser Terminplan ist ziemlich straff organisiert. Aber vielleicht findet sich ja zwischendurch ein Stündchen…

Noch eine gute Nachricht: English UK hat sich  bereit erklärt, mir einen Sprachkurs bis zu einem Preis von 250 Pfund (knapp über 300 Euro) zu finanzieren. Nun gut, Englisch werde ich offensichtlich nicht brauchen. Ebenso wenig Spanisch, da ich ja erst im Jänner die Prüfung mit 97% abgelegt habe – ich kann ja eigentlich relativ viel, nur muss ich mich beim Sprechen erst überwinden. Aber das sollte am IMC auch klappen im 5. Semester. Russisch werde ich dann im September am IMC nachmachen, denn ich wollte etwas ganz Neues lernen – so fiel die Wahl schließlich auf Italienisch. Vergangenen Donnerstag ging es direkt nach der Arbeit los. Bereits die erste Unterrichtseinheit hat mir wirklich viel Spaß gemacht und ich freu mich schon wieder auf die nächste. Diese Sprache hat mich schon länger interessiert – außerdem fällt es mir ja bekanntlich nicht allzu schwer, neue Sprachen zu lernen. Hinzu kommt noch, dass ich ja bereits seit 7 Jahren Spanisch lerne und mir Italienisch als ebenfalls Romanische Sprache daher relativ leicht fällt. Unser Lektor ist ein wirklich sympathischer Italiener um die 30, der viel Wert auf Aussprache legt. Wenn es nach mir geht, könnten wir uns aber auch gleich Hals über Kopf in die Grammatik stürzen – ich kann es kaum erwarten, bis wir endlich Verben konjugieren, Mehrzahl bilden, Pronomen durchmachen und uns mit verschiedenen Fällen beschäftigen. Oh Gott, wie sich das für viele Leute anhören muss. Nun ja, da ich jetzt gar nichts zum Lernen hab, bin ich eben ein bisschen wissensdurstig und möchte diese Zeit bestens nutzen. Da ich ja italienische Mitbewohnerinnen habe, sowie eine Kollegin aus Venedig, kann ich mich zumindest jederzeit an Experten wenden – also ich bin zuversichtlich.

Nun zu etwas ganz Anderem: wie der Titel dieses Eintrags schon vermuten lässt, ging is dieses Wochenende nach Warwick Castle, Stratford-Upon-Avon und Oxford. Ersteres ist eines der bekannteren Schlösser in England und erblickte im 14. Jahrhundert das Licht der Welt. Hoch trohnt es über der niedlichen Stadt Warwick und ermöglicht dementsprechend auch einen beeindruckenden Ausblick.
 
 
 
Warwick Castle unterscheidet sich so ziemlich in allen möglichen Punkten vom zuvor besichtigtem Leeds Castle (siehe voriger Blogeintrag) – aus in der Tatsache, dass sie mir beide sehr gut gefallen haben. Doch während Leeds Castle eher ein kleiner Ort der Idylle ist, umgeben von einem weitläufigen Blumengarten und touristisch gesehen eher ein Geheimtipp ist, ist Warwick Castle voller Leben. Insbesondere für Kinder ist das Schloss sicher ein Riesenspaß – von der Gesichtsbemalung bis zum Prinzessinnenschloss wird den Kleinen wirklich alles geboten.
 
 
Doch wir kamen ebenfalls auf unsere Kosten. Warwick Castle borgte sich nämlich zahlreiche Wachsfiguren aus Madame Tussauds, um unzählige Szenen aus der Vergangenheit nachzustellen, vom Mittelalter bis zur Tudorzeit. Da bekam man u.a. den Hufschmied bei seiner Arbeit zu sehen oder die Hofdamen beim neuesten Klatsch und Tratsch. Während des Rundgangs bewegt sich das Zeitraffer dann immer mehr in Richtung Gegenwart, wo man schließlich schon auf einen klassischen Butler James trifft. Um den Besuchern ein richtiges Mittelalter Feeling zu bieten, wurden sogar Geräusche und Gerüche angepasst – so zeichnete sich der Kerker etwa durch Kettenrasseln und einen eher muffigen Geruch aus. Zu den Highlights zählten natürlich wieder die königlichen Schlafgemächer sowie eine prunkvoll gedeckte Tafel im Festsaal.
 
 
Ausgestellt war auch der bekannteste König Englands, Heinrich VIII., den ich ja schon ein paar Mal erwähnt habe. Hier treffen nun schließlich der König von England und die Prinzessin von Österreich aufeinander:
 
 

Insgesamt hatten wir eine Stunde und 45 Minuten in Warwick Castle zur Verfügung – eine zusätzliche Stunde hätte ich da schon gern gehabt, schließlich gab es noch einiges mehr zu erkunden, u.a. eine Falknershow. Aber man kann eben nicht alles haben, und so ging es schließlich weiter nach Stratford-Upon-Avon.

„Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“ – Stratford ist natürlich in erster Linie als Geburtsort von William Shakespeare bekannt, der am 23. April übrigens 450 Jahre alt geworden wäre. Zwar in Wirklichkeit nur 52 Jahre alt geworden, wurde er durch Werke wie Macbeth, Romeo & Julia, Sommernachtstraum etc doch zumindest literarisch unsterblich. Das Geburtshaus von Shakespeare haben wir besichtigt – eher bescheiden, aber niedlich. Erinnert von außen auch etwas an Schauplätze von Harry Potter – sehr mittelalterlich angehaucht.
 
 

Schließlich erreichten wir unser letztes Ziel, Oxford. Ehrlich gesagt war ich etwas enttäuscht darüber, dass wir nur eine gute Stunde Zeit in Oxford zur Verfügung hatten. Da ich ja im Jahr 2011 schon mal hier war, weiß ich ja, dass man Oxfords Sehenswürdigkeiten wohl kaum in einer Stunde abklappern kann. Auf der geführten Walking Tour habe ich eigentlich wieder das Gleiche wie damals gesehen, gefallen hat es mir aber trotzdem.
 
 
 
Dennoch habe ich beschlossen, dass ich nochmal herfahren werde – schließlich möchte ich auch hier ein College besichtigen, und Busse zwischen London und Oxford kosten sowieso so gut wie gar nichts. Daher werdet ihr wohl erst in einem zukünftigen Blogeintrag mehr über Oxford und seine Sehenswürdigkeiten erfahren. Ich hoffe, ihr hattet dennoch Spaß am Lesen, und bis zum nächsten Mal J

Mittwoch, 2. April 2014

Leeds Castle & Canterbury


Ein herzliches Hallo & Grüß Gott von der britischen Insel. Diesmal würd ich mich gerne mal den kulturellen Unterschieden zwischen Österreichern und Briten widmen.

1.       Also, ich bleib ja dabei – die Briten müssen dringend noch lernen, dass das heiße Wasser in den Tee gehört und die Milch in den Kakao. Kakao mit Wasser ist für mich ein absolutes No-Go – und in meinen Tee kommt nur Zucker, wenn überhaupt.

2.       Eines muss ich ihnen allerdings lassen – die Londoner verstehen das „Lass die Leute zuerst aussteigen bevor du in den Zug einsteigst“-Prinzip um einiges besser als die Wiener. Wir sind halt in gewisser Hinsicht doch ein komisches Volk – oder zumindest einfach nur äußerst dickköpfig.

3.       Sowohl im Beruf als auch im Privatleben – jeder ist hier sofort per du, oder, besser gesagt „on first name terms“. Einen wirklichen Unterschied zwischen du und Sie gibt es ja in der englischen Sprache bekanntlich nicht – daher spricht man auch neue Geschäftspartner gleich mit dem Vornamen an. Manch Österreicher wäre da wohl schockiert… find ich persönlich im Büro aber eigentlich ganz locker.

4.       Die Zeit… achja, die liebe Zeit. Ich gehör ja zu der speziellen Kategorie, die bereits stinkig wird, wenn man mich 10 Minuten warten lässt. Wenn es 9.00 heißt, kann man davon ausgehen, dass ich um 8.50 da bin. So sehen das die Briten allerdings nicht – wenngleich bei manchen Sachen sehr genau, sieht man es im Bezug auf die Zeit eher locker. Wenn die Arbeit um 9.30 beginnt, kann man auch schon mal um 9.50 auftauchen, ohne auch nur ein Wörtchen der Entschuldigung oder Erklärung zu verlieren. Ähnlich verhält es sich aber auch in die andere Richtung – während meinereiner püntklich um 17.30 das Gebäude verlässt, macht der Brite erst noch seine Arbeit zu Ende, eher er den Heimweg antritt.

Nun ja, das waren mal einige wichtige Punkte, die mir so aufgefallen sind. Vielleicht jetzt wieder zurück zu meinem Alltagsleben hier in der britischen Metropole London. Also, seit vergangener Woche habe ich nun die Position des Customer Service Officers übernommen. Wie bereits im letzten Blog Eintrag beschrieben, habe ich nun noch mehr Verantwortung. Insbesondere das Händeln von Beschwerden ist eine heikle Sache. Da muss man wirklich sehr genau aufpassen, was man zu wem sagt. Und – ganz wichtig: die eigene Meinung niemals äußern. Meine Vorgesetzten haben nämlich gemeint, ich würde mir das wohl noch etwas zu sehr zu Herzen nehmen. Als Anwältin wäre ich wohl bestens geeignet gewesen – aber wer mich charakterlich etwas einschätzen kann, wird mir dabei wohl sowieso zustimmen ;)

Dennoch gefällt es mir, da ich mich dadurch noch aktiver ins Unternehmen einbringen kann und mir die Arbeit schön selbst einteilen kann. Blöderweise schiebe ich dann die langweiligen Sachen immer ein bisschen vor mir her. Aber, obwohl in diesem Bereich die Disziplin wohl gerade etwas fehlt, ist sie beim Essen doch jetzt umso stärker. Die meiste Zeit hab ich mich eigentlich recht gut im Griff und komme mit etwa 1300 Kalorien am Tag aus. Und das, obwohl Essen abgesehen von Reisen, Fotografie und dem Sammeln von Postkarten wohl meine größte Leidenschaft ist. Insbesondere das Naschen habe ich so gut wie ganz eingestellt – wer keine Schokolade einkauft und nicht dreist genug ist, die seiner Mitbewohner zu stehlen, isst halt auch keine. Außer wenn wieder mal jemand Maltesers in die Mitarbeiter Küche stellt… so wie heute. Sich da zu beherrschen erfordert schon einen eisernen Willen. Dafür komme ich locker auf meine 5 Portionen Obst täglich – wenn nicht sogar mehr. Schaden wird mir das Fasten auf jeden Fall nicht, davon geh ich zumindest aus.

So, und nun zum vergangenen Wochenende. Am Sonntag haben wir ja einen Ausflug nach Canterbury und Leeds Castle unternommen. Laut Wetterbericht sollte es ja zumindest nicht regnen – ganz auf meiner Seite waren die Wettergötter jedoch doch nicht. Eine penetrante Wolkendecke wollte den ganzen Tag einfach nicht verschwinden und hat mir permanent die Chance auf das perfekte Foto versaut. Und ja, ich weiß, der Großteil wird sich jetzt denken: „Die soll froh sein, dass nicht regnet, ist doch wurscht wie der Himmel anschaut“. Nun ja, ihr habt alle eure Leidenschaften: Lesen? Gartenarbeit? Musik? Nun, meine ist Fotografie und da bin ich eben ein Perfektionist. Bin eben so, und ich glaub das passt schon so.
 
 

Leeds Castle hat mir trotz allem sehr gut gefallen. Ist nicht so bekannt wie Windsor oder Warwick Castle (Harry Potter!), also wohl eher ein Geheimtipp. Gerade deswegen sehr schön – umgeben von einem blühenden Park und einem richtigen Burggraben. Bekannt ist das Schloss auch für seine schwarzen Schwäne. Nein, das ist nicht nur ein Film, die gibt es wirklich.
 
 
 
Auch von innen gab es ein paar schöne Räume zu sehen. Insbesondere die letzten Räume, sehr von der Tudor Zeit angehaucht, haben es mir sehr angetan. Hat mich ein bisschen an die Räumlichkeiten im Schloss Schönbrunn erinnert. War das Geld auf jeden Fall wert.
 
 

Canterbury selbst war auch ganz nett – diesen Ausdruck hab ich bewusst gewählt. Mit „ganz nett“ meint man zwar normalerweise scheiße, aber ich habs wirklich nett gefunden. Allerdings auch nicht so entzückend wie Cambridge. Das mag aber auch am Wetter gelegen haben – liebe Sonne, wo warst du, als ich dich so dringend gebraucht habe? Während sich Cambridge durch seine Elite Uni auszeichnet, ist Canterbury eher als Zentrum der englischen Kirche bekannt. Auf dieser Tour habe ich auch erfahren, dass die Queen offiziell das Oberhaupt der englischen Kirche ist. Habe zwar gewusst, dass es nicht der Papst ist, aber trotzdem… Interessant zu wissen. Natürlich war es wieder unser altbekannter Freund Heinrich VIII, der sich da schon wieder aufgespielt hat. Als sich der Papst geweigert hat, seine Ehe zu scheiden, hat er sich kurzerhand selbst zum Kirchenoberhaupt ernannt und besagte Ehefrau köpfen lassen. Tja, wie man in Österreich sagt: blede Gschicht.
 
 
 
Die Kathedrale von Canterbury ist allerdings wirklich sehr groß und äußerst schön anzusehen – von der Größe etwa mit dem Stephansdom zu vergleichen. Der typisch englische Stil dominiert wieder außen, während die Kirchen innen eher schlicht gehalten werden. Davon unterscheiden sich die katholischen Kirchen ja sehr, die können innen ja meist nicht pompös genug sein. Gott sei Dank haben wir den Ausflug an einem Sonntag unternommen – an allen anderen Tagen hätten wir nämlich 8,50 Pfund Eintritt bezahlen müssen. Schon ziemlich viel, für eine Kirche… Einige Korridore im hinteren Bereich haben mich jedoch sehr stark an die Harry Potter Filme erinnert. Ob hier wohl einige Szenen gedreht worden sind? Seht und entscheidet selbst: